Dieses Jahr gab es einige Veränderungen der Wohnsituation: Die großen Jungs schlafen jetzt in "unserem" Zimmer (dem Fernseh-Zimmer). Rachel ist in den Raum der freiwilligen Helfer im zweiten Stock an der Straßenseite gezogen. Bina und ihr Mann schlafen jetzt im großen Zimmer mit den kleineren Kindern zusammen.
Im Mai diesen Jahres kamen zwei weitere Kinder zu uns, um zu bleiben: Rajan (10 Jahre) und Shivani (7 Jahre).
Rajan ist der Neffe von Vinod und stammt aus Bihar, wo er keine Möglichkeit hatte, zur Schule zu gehen.
Shivani kommt aus Rishikesh. Sie ist die älteste von vier Kindern, half bis dato ihrer Mutter und passte auf ihre Geschwister auf. Denn in der Familie gibt es keinen Mann, der sie und ihre Mutter unterstützen würde.
Im Oktober wurde Manish von seinem Vater zur Gangy Valley School gebracht. Als Pförtner kann er es sich sonst finanziell nicht leisten, Manish zur Schule zu schicken.
Unglücklicherweise mussten zwei Kinder, die hier wohnten, unsere Schule verlassen, weil ihre Eltern wollten, dass sie arbeiten gehen: Rohit hilft seinem Bruder jetzt am Tee-Stand in Ram Jhula, während Ajay Halsketten und Eiscreme in den Straßen verkauft. Es tut uns unendlich leid, dass diese Beiden ihre Kindheit nicht länger genießen können. Leider haben wir kein Sorgerecht für die Kinder, die bei uns leben und ihre Eltern können Entscheidungen wie diese jederzeit treffen.
Wir denken, dass sie wenigstens eine schöne Zeit bei uns hatten.
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Im Sommer besuchten uns Om und Rasina aus Schweden. Als sie uns wieder verließen, erhielten wir eine riesige Spende, für die wir sehr dankbar sind! Wir werden das Geld für die Zukunft sparen, denn demnächst werden wir wohl noch mehr Klassenräume benötigen.
Unser erster Helfer dieses Jahr, Nathan, kam am 8. Juli aus Australien in der Ganga Valley School an. Er brachte zwei Koffer mit Kleidung für die Kleineren mit, die von Jeff und dessen Frau gesammelt worden waren. Wir danken den Dreien dafür, uns mit den Sachen zu überraschen, die wir schön ordentlich gefaltet in den Koffern fanden.
Nach zwei Wochen kam auch Nathans Bruder John, um uns zu besuchen.
Die beiden bauten wunderschöne Regale für die Zimmer der Kinder und Schuhregale, die unter der Treppe vor den Kinderzimmern einen Platz fanden.
John musste nach zwei Wochen schon wieder abfahren, Nathan brach Ende September zu einer Motorradtour durch Indien und Nepal auf. Er hat sich vorgenommen, noch einmal vorbei zu kommen, bevor er nach Australien zurück kehrt, um Bücherregale und einen Küchenschrank zu bauen.
Seit Oktober bekommt die Schule während der Woche Hilfe durch Griet und Tien: Griet unterrichtet die jüngeren Jungs in Englisch. Außerdem macht sie einen extra Kunst-Kurs für die kleineren Kinder, in der Geschenke für Kunden, die in unserem Laden einkaufen, gebastelt werden. So können wir den Käufern unsere Wertschätzung für Ihre Zuwendungen zeigen.
Die Kinder lernen also nicht nur Englisch auf spielerische Art, sondern es wird auch ihre Kreativität gefördert.
Tien, der Ehemann von Griet, hat die Computer neu eingerichtet, die wir nun optimal für die Englisch- und Schreibmaschinen-Kurse nutzen können.
Kees und Inge, freiwilligen Helfer bereits im letzten Jahr, sind seit Anfang Oktober wieder hier. Sie haben unser Gäste-Appartment gemietet und machen eine Menge Lern-Aktivitäten:
Sie haben wieder mit dem Englisch- und Mathe-Unterricht für die älteren Schüler mit einem speziellen System, "Loco", behonnen.
Damit können die Kinder selbst testen, ob sie Fehler gemacht haben und sie lieben es, damit zu arbeiten.
Zwar können viele der Original-Übungen von "Loco" benutzt werden, aber Inge hat trotzdem viele spezielle English- und Mathematik-Übungen selbst für das System erstellt.
Dieses Mal lernen 11 unserer Kinder (Deepesh, Sahil, Ashish, Vipasana, Laxmi, Anjali, Vandana, Ganesh, Renu, Raj, Shankar) nicht nur Englische Vokabeln mit Kees and Inge, sondern auch Grammatik. Die Beiden haben viele englischsprachige Brettspiele mitgebracht, damit die Kinder gleich das korrekte Englisch anwenden können, das sie in den Grammatik-Stunden gelernt haben.
Inge und Kees haben außerdem Schreibmaschinenkurse für Deepesh, Sahil, Ashish, Vipasana, Laxmi, Anjali und Vandana organisiert. Wir haben unseren Computer in ihrem Klassenzimmer aufgebaut, so dass jetzt immer 2 Kinder gleichzeitig arbeiten können. Die Jungs finden jetzt schon alle Buchstaben blind auf der Tastatur, was keine leichte Aufgabe ist - denn Inge hat alle Buchstaben mit farbigem Klebeband abgeklebt. Gelb bedeutet, dass die Kinder dort den kleinen Finger benutzen sollen, grün heißt: "nimm den Ringfinger" und so weiter.
Die Kinder dürfen dabei nicht auf ihre Hände oder die Tastatur sehen, sondern nutzen eine Zeichnung der Tastenanordnung, die oberhalb der Tastatur auf dem Tisch liegt.
Sie haben die Buchstaben Reihe für Reihe (immer 4 neue Buchstaben auf einmal) gelernt und bis jetzt hat noch niemand mehr als 4% Fehler gemacht!
Inge erzählte mir, dass im Allgemeinen bei Abschlussprüfungen dann nimand mehr als 0,5% Fehler macht. Wir geben die Ergebnissse der Kinder im nächsten Newsletter bekannt.
Der Erfolg des Schreibmaschinenkurses für die Jungs ist so vielversprechend, dass wir für Februar 2010 planen, sie an Word und Excel heranzuführen. Die Kinder werden dann die Möglichkeit haben, noch einen Monat mit Inge und Kees zu lernen, bevor die Beiden wieder zurück in die Niederlande fahren.
Außerdem soll das Internet im Klassenzimmer zum Einsatz kommen. Denn viele Englischlehrer überall auf der Welt stellen ihr Material kostenlos im Netz zur Verfügung, so dass es dann von unseren Lehrern genutzt werden könnte.
Der Oktober ist hier der Monat der Feste. Die Kinder waren wirklich glücklich, als sie Dusera und Diwali (Lichterfest, vergleichbar mit Weihnachten in Deutschland) feiern konnten. Alle bekamen neue Kleidung, Süßigkeiten (die wir selbst hergestellt hatten) und Geschenke von Inge und Kees.
Es gab viele Spezialitäten zu essen und am Abend gingen wir alle auf's Dach, um gemeinsam das Feuerwerk anzuschauen.
Im Moment üben die Kinder für das alljährliche Schulfest. Es wird die unterschiedlichsten Darbietungen geben: nicht nur Gesang und Tanz, sondern auch Spiele (Hula-Hoop eingeschlossen). Das Fest soll im März 2010 stattfinden.
Wir planen außerdem ein Weihnachts-Picknick. Kees und Inge werden einen großen Hula-Hoop-Wettbewerb organisieren, bei dem es auch Preise zu gewinnen gibt. Sie machen bereits jetzt neue Hoola-Hoop-Reifen, damit beim Wettbewerb jedes Kind einen davon hat.


Wir hatten einen wunderbaren Besuch von Talassi, die viele tolle Sachen mitbrachte. Die Kinder waren sehr gespannt auf die Kleidung, Schuhe und Spielsachen, die sie dabei hatte. Außerdem kaufte Talassi einen Küchenschrank, ein Bett und Küchengeräte für die Schule. Während ihres Aufenthalts bekam einer unserer Jungs Malaria. Er hatte Glück, dass wir noch Spendengelder hatten, so dass wir seine Behandlung im Krankenhaus bezahlen konnten. Dem Jungen geht es mittlerweile wieder gut.
Im März hatten wir Besucher aus Chile zu Gast, die für dieKinder eine Ballettaufführung gaben. Ganz besonders mochten die Kinder aber die Geschenke, die die Chilenen mitgebracht hatten. Gurusahai und ihr Freund opferten viel ihrer Zeit, um den Kindern und Rachel Yoga-Unterricht zu geben. Die erlernten Techniken werden nun jeden Tag in der Schule angewendet. Unusere Freunde aus Chile fanden viele Sachen in unserem schul-eigenen Laden, die sie kauften und mit nach Chile nahmen. Wir alle danken ihnen sehr für ihre Einkäufe.
Auch eine Gruppe Amerikaner, gefüht von Ashley, besuchte uns. Das Abendessen mit ihnen war für alle Anwesenden sehr unterhaltsam. Wir danken unseren Freunden für ihren Besuch und Beitrag.
Die Abschluss-Examen Ende März hielten alle in Atem. Die Kinder waren sehr gut und werden alle in die nächste Klasse versetzt. Vor kurzem konnten wir zwei weitere Schüler, die jetzt auch bei uns leben, aufnehmen.
Seit dem 15. Mai bis zum 1. Juli haben wir Ferien. Während dieser Zeit haben die Kinder viel Spaß bei Picknicks, Ausflügen zu den Wasserfällen oder zu Vergnügungsparks.



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